Der Begriff Verborgene Haue bezeichnet ein wichtiges Konzept aus der Schule Liechtenauers und umfasst beim Lagen Schwert folgende fünf Techniken: Zornhau, Krumphau, Schielhau, Scheitelhau Zwerchhau; in späteren Quellen werden sie auch „Meisterhaue“ genannt. Beim Langen Messer heißt der Zwerchhau allerdings Entrüsthau, der Krumphau Wecker, der Scheitelhau Geferhau und der Schielhau Weckerhau.
(MS_3227a)(23r) Fünf Haue lerne von der rechten Hand …
(MS_Dresd.C.487)(**16v-17r**) Fünf Haue lerne von der rechten Hand. Wer das wehret, den wir geloben in Kunst gerne zu lohnen.
(17r-17v) Glosse: Merke, die Zettel nennen fünf verborgene Haue, von denen viele Meister des Schwertes nichts zu sagen wissen. Die sollst Du anders nicht hauen lernen, als von der rechten Seite gegen den, der sich gegen Dich zu der Wehr stellt. Und versuche ob Du mit einen Hau aus den Fünfen, den Mann mit dem ersten Schlag mögest treffen. Wer Dir die brechen kann ohne seinen (eigenen) Schaden, wird (…) gelobt von dem Meister der Zettel, das ihm seine Kunst besser belohnter werden soll, als (die) eins anderen Fechter, der gegen die fünf Haue nicht fechten kann. Und wie die fünf Haue hauen sollst, dass findest Du in den selbigen fünf Hauen hiernach geschrieben.
MS_Germ.Quart.2020)(1v) Fünf Haue lerne von der rechten Hand. Wer die wehrt, dem wir geloben, die Künste gerne zu lohnen.
(10v) Es gibt fünf verborgene Haue, von denen viele Meister des Schwertes nichts zu sagen wissen. Die sollst Du von der richtigen Seite richtig schlagen lernen. Welcher Fechter Dir die Haue mit rechter Kunst ohne Schaden brechen kann, der wird gelobt von anderen Meistern, so dass ihm seine Kunst belohnt werden soll besser als einem anderen Fechter. Und wie man die Haue mit ihren Stücken hauen soll, das wird Dir hernach erklärt werden.
(Cgm_582)(47v) Sechs Hau Lehre Aus einer Hand wider die Wehr Item zu den Anderen: So werden im Text sechs verborgene Haue gemeldet und berühret, aus den kommen viele gute Stücke. Wer sie recht treiben kann und wer weis, wie er kunstvoll in sie kommt und wie Du sie treiben sollst, mit diesen Stücken, das wirst Du hernach erfahren. Zornhau, Weckerhau, Entrüsthau, Zwinger, Geferhau und Winker.
Hier nennt der Meister die sechs verborgenen Haue. Wie sie heißen mit Namen auf das Du die Stücke allerbestens vernehmen magst und spricht: Das er erste heist der Zornhau, Der andere der Wecker, Dert dritte Entrüsthau, Der vierte der Zwinger, Der fünfte der Geferehau, Und der sechste der Winker, wie Du hernach hören wirst.
(MS_M.I.29)(5r-7r)**
LS - Im Schwert | LM - Im Messer |
---|---|
Zornhau | Zornhau |
Zwerchhau | Entrüsthau |
Krumphau | Zwinger / Winkerhau, Weckerhau |
Scheitelhau | Scheitler oder Gefehrhau |
Schielhau | Winker oder Wecker(hau) |
Drey Wunder Infos
Der Begriff bezeichnet ein wichtiges Konzept aus der Schule Liechtenauer und umfasst fünf Techniken: Zornhau, Krumphau, Schielhau, Scheitelhau, Zwerchhau. In späteren Quellen oft als „Meisterhau“ bezeichnet. Diese Hiebe haben die Funktion den Fechter vom Nach wieder ins Vor zu bringen. Diese Hiebe versetzen und verletzen gleichzeitig. Lichtenauer rät nur diese fünf Haue zu benutzen, dabei kann jeder Hieb
- Als Vorschlag und
- als Verteidigung gegen einen Angriff genutzt werden.
Bei richtiger Fußarbeit schützen die Hiebe auch, da die Angriffslinie gedeckt bleibt.